“Der beste Schutz vor Alzheimer ist Neugier”

September 19, 2010

Heidelberger Experte Konrad Beyreuther rät: Mindestens 600 Gramm Obst und Gemüse pro Tag essen – Mäßiger Alkoholkonsum beugt vor

Wer Alzheimer-Fälle in der Familie hat, fürchtet sich meist davor, eines Tages selbst zu erkranken. In der Tat gehen Experten davon aus, dass die Veranlagung für die Krankheit vererbt werden kann: So haben Verwandte ersten Grades im Durchschnitt ein vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko, wie die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft erklärt. Bei der Entstehung der Krankheit spielen aber noch viele andere Faktoren eine Rolle. Manche davon kann man durch geistiges und körperliches Training sowie gesunde Ernährung beeinflussen, wie der Heidelberger Alzheimer-Forscher Konrad Beyreuther betont: “Wir sind nicht Sklaven unserer Gene.”

Wichtigster Risikofaktor für die Krankheit ist nach Angaben der Gesellschaft ein fortgeschrittenes Alter. So beträgt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken für Menschen zwischen 75 und 84 Jahren elf Prozent, und für Menschen über 84 Jahren bereits 30 Prozent. Auch Schlaganfälle und Diabetes vergrößern Experten zufolge das Risiko. Daneben gebe es Gene, die die Krankheit begünstigten, aber alleine als Ursache nicht ausreichten. Eine seltene Ausnahme sind Krankheitsformen, die schon sehr früh, also bei 40- oder 50-Jährigen, ausbrechen: Sie werden durch Genmutationen verursacht, die ein Betroffener an die Hälfte seiner Kinder vererbt.

Wenn Alzheimer erst im Alter ausgebrochen ist, sollten sich die Verwandten wegen ihrer eigenen Zukunft nicht den Kopf zerbrechen. “Es heißt noch lange nicht, dass man auch erkrankt, wenn der Vater betroffen ist”, beruhigt Beyreuther, Professor für Molekularbiologie an der Uni Heidelberg. Außerdem erkrankten Menschen, die geistig und körperlich fit blieben, gar nicht oder zumindest später an Alzheimer.

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